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Fehlende Zugkräfte

Der Wische Fluch - das ist der Pflug,
drum sei’s des Grünlands nie genug!

Was hat es mit diesem Spruch auf sich? Die Wische ist ein Niederungsgebiet von etwa 30000 Hektar Größe. Nach der Eiszeit kam es hier infolge regelmäßiger Überschwemmungen zu Ablagerungen von Lehm und Ton. Die Tonschicht ist stellenweise bis zu vier Meter dick. Das ist ein sehr fruchtbarer, aber auch sehr schwer zu bearbeitender Boden mit schwierigen Wasserverhältnissen. Gegenüber Sandböden besteht ein bis zu fünfmal größerer Zugkraftbedarf, gegenüber Bördeböden immerhin noch dreifach. Man spannte in der Wische fünf Pferde vor den Ein-Schar-Pflug! Zur Zeit der Ausnutzung der natürlichen Fruchtbarkeit war die Wische eine Weizen-Kornkammer, aber als die chemische Düngung die Bodenverbesserung in leichter zu bearbeitenden Böden erlaubte, rentierte sich die Schinderei in der Wische nicht mehr. Die Folge war mehr und mehr brachliegendes Land.

1945 wurden infolge der Bodenreform die Güter, die die Böden maschinell bearbeitet hatten, aufgelöst und Neubauernstellen errichtet. Aber die vielen kleinen Flächen konnten bald nicht mehr bestellt werden, weil den Neubauern die notwendige Anzahl von Zugtieren fehlte. So lagen die Äcker brach, verzweifelten viele Neubauern an den Gegebenheiten. Von 1953 bis 1955 wurden in der ersten "Wische-Aktion" mit Dampfpflügen 200 Hektar umgebrochen.

In der Wische sind vom Jahre 1926 folgende Dampfpflug-Standorte überliefert: Behrendorf, Büttnershof, Busch, Calberwisch, Hindenburg, Iden, Kannenberg, Osterholz, Rengerslage, Rohrbeck und Wendemark.

Bei Busch
Im Einsatz bei Busch in der Wische.
(Slg. W. List)


Bei Calberwisch
Pause auf einem Acker bei Calberwisch.
(Slg. W. List)
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