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1. Dampfpflug-Fest in Calberwisch

Schon lange, bevor die Seehäuser Schützengilde am letzten August-Wochenende mit donnernden Böllerschüssen das 1. Dampfpflugfest in Calberwisch im Landkreis Stendal eröffnete, strömten unübersehbare Scharen von Schaulustigen an den Veranstaltungsort. Landwirt Michael Dihlmann hatte unter der Schirmherrschaft durch die Hansestadt Osterburg und in Zusammenarbeit mit dem Kulturförderverein Östliche Altmark e. V., der Landesanstalt für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau Iden sowie dem Schloss Gut Calberwisch, unterstützt von zahllosen rührigen Helferinnen und Helfern, am 29. und 30. August 2009 ein volksfestähnliches Spektakel auf die Beine gestellt.

Mit nicht enden wollenden Autoschlangen kamen die erwartungsfrohen Gästen aus nah und fern. Sei es die Schau alter und neuer Traktoren und Landtechnik, die Vorführung historischer bäuerlicher Geräte und Maschinen oder die Oldtimer-Show, alles fand den ungeteilten Beifall eines sachkundigen Publikums.

Und wenn ab 11.30 Uhr stündlich die Pfiffe der Dampfpflug-Lokomotiven über den Acker hallten, säumten jedes Mal viele Hundert staunende Zuschauer die 250 Meter lange Ackerfront, um dem abwechselnden Arbeiten der rüttelnden und tobenden Dampfmaschinen sowie der lautlosen Pflugfahrt zwischen ihnen zuzusehen.

Die Maschinisten Georg Sandbichler sen. (zugleich Einsatzleiter) und Lothar Thalmeier sowie die Pfluglenker bzw. Schwanzreiter Manuel Schott und Georg Sandbichler jr. aus dem Agrar-Ausbildungszentrum Schönbrunn im niederbayerischen Landshut zeigten mit Hingabe, was in den altehrwürdigen Maschinen, die vor über 80 Jahren in Gatersleben/Hausneindorf bei Quedlinburg erbaut wurden, noch alles steckt. Geduldig beantworteten sie die zahlreichen Fragen der Interessenten.

Viele ältere Festgäste erinnerten sich, dass bis Anfang der 1960er Jahre diese Technik noch in der altmärkischen Wische im Einsatz war.

Rings um die Attraktionen war auch für das leibliche Wohl sowie die Unterhaltung der Kinder bestens gesorgt.

Die Hoffnungen, die die Organisatoren bei der Begrüßung äußerten, dass das Fest aller fünf, sechs Jahre zu einer guten Tradition werden möge, dürften sich aus heutiger Sicht durchaus erfüllen. Eine derartig runde Veranstaltung, „aus dem Stand heraus“ organisiert, hat es bislang in der östlichen Altmark nicht gegeben. Der Zustrom der über 10.000 Besucher an beiden Tagen zusammen dürfte für Veranstalter und Organisatoren-Team der beste Dank und die Bestätigung gewesen sein, dass sich alle Mühen gelohnt haben.

Lok
Mit Volldampf arbeitet die Dampfmaschine und setzt die riesige Seiltrommel unter dem Kessel in Umdrehung. 260 m daumendickes Drahtseil, an dem der Kipp-Pflug hängt, werden aufgewickelt.
(J. List/2009)
Pflug und Lok
Soeben ist die Fahrt des Kipp-Pfluges zu Ende. Maschinist Lothar Thalmeier hat dreimal gepfiffen, was „Pause“ bedeutete und den Zuschauern 45 Minuten Wartezeit bis zur nächsten Vorführung bescherte.
(J. List/2009)

Zuschauer, Lok und Pflug
Viele Hundert Zuschauer säumten bei allen Vorführungen des Dampfpflug-Einsatzes den Feldrand und verfolgten mit gespannter Aufmerksamkeit die Bodenbearbeitung mit Dampfkraft. Maschinist Lothar Thalmeier beobachtet aufmerksam die Pflugfahrt.
(J. List/2009)

Pflugfahrt
Geräuschlos zog der riesige Kipp-Pflug mit Lenker Manuel Schott und Schwanzreiter Georg Sandbichler jr. seine fünf Furchen.
(J. List/2009)
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